Raspberry Pi Foundation rockt
2006 wurde engagierten Dozenten und Entwicklern an der Universität von Cambridge in UK klar, dass sie etwas tun sollten, um den schwindenden Programmierkenntnissen von Erstsemestlern der Informatik, etwas entgegen zu setzen. Der Grundgedanke für den Raspberry Pi und die Raspberry Pi Foundation war gelegt.
Noch in den 1990er Jahren waren viele beginnende Informatik-Studierende Hobby-Programmierer. Seit der Millennium-Wende änderten sich einige Rahmenbedingungen in der Gesellschaft. Junge Leute sollten lediglich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden, das Internet wurde zu einem zentralen Kommunikationsmedium, die Dot-Com-Blase platzte, multimediale Heim-Computer eroberten viele Haushalte. Faktoren wie diese trugen dazu bei, dass es vor allem in Schulen wichtigere Lernziele als die Grundlagen der Programmierung gab, nämlich Büro-Programme zur Text- und Tabellenverarbeitung und vielleicht noch rudimentäres Webdesign.
Nicht nur im UK war das so, sicherlich auch in Deutschland gab und gibt es ähnliche Tendenzen. Erinnere ich mich jedoch an meinen Informatikunterricht, gähne ich noch immer. Beginnend noch mit großen Floppys und Grundlagen in Turbo-Pascal, völlig befreit von irgendwelchen Spaß an Experimenten, endete der Unterricht kurz vor der Jahrtausendwende mit Tabellenkalkulation und groben Internetgrundlagen (was für halbwegs interessierte Jugendliche wie die sexuelle Aufklärung aus den 1950ern wirkte).
Die Raspberry Pi Foundation geht da andere Wege. Nicht nur, dass sie erkannt hat, dass hochgetunte Heim-Computer ärmeren Bevölkerungsschichten vorgaukeln, nur mit viel Geld gäbe es z.B. Zugang zum Internet. Der Raspberry Pi wurde in seiner Einfachheit und mit den geringen Kosten entwickelt, damit vor allem junge Leute sich mal trauen, etwas anderes mit so 'nem Computer zu machen, mal rumzuprobieren, spaßorientiert da rangehen können. Und das verbindet die Rasberry Pi Foundation nicht nur mit der Hardware des Raspberry Pis: Engagement in Schulen, Summer of Code Contests, Bloggen über die Vielfalt der Experimente sowie das regelmäßig erscheinende MagPi Magazine mit Essentials für Debian, C, neuesten Spielen etc. geben der Community Futter.